Tarp
Ein Tarp ist ein wasserdichter Stoff, der ähnlich wie ein Zelt verwendet wird: zum Schutz gegen Regen, Wind oder Sonne. Ein Tarp ist meist flexibler als ein Zelt, bietet aber weniger Komfort. Wer auf Reisen einen Ort schätzt, an den man sich zurückziehen kann, ist mit einem Zelt meist besser bedient. Das Tarp hat den Vorteil, dass es meistens leicht und günstig ist.
Oft wird das Tarp nicht als Zeltersatz, sondern als Ergänzung verwendet. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig:
Tarp statt Zelt:
Nicht jedes Tarp ist für jeden Zweck geeignet. Deshalb werden in diesem Artikel die Einsatzmöglichkeiten und einzelne Tarp-Modelle diskutiert.
Tarp als Sonnensegel
Ein Tarp kann als Sonnensegel im Garten, beim Camping oder am Strand dienen. Das Tarp wird dabei an zwei Stangen oder Bäumen befestigt. Wer ein Tarp als Sonnenschutz verwenden will, sollte zu einer hellen Farbe greifen, diese reflektiert die Sonne stärker und deshalb bleibt es unter dem Tarp kühler.
Will man das Tarp nur im eigenen Garten verwenden, spielt das Gewicht keine große Rolle und man kann zum Beispiel zu dem großen und sehr stabilen Coleman Event Shelter greifen. Ähnliches gilt, wenn man das Tarp im Auto oder Wohnmobil transportiert, hier spielt aber unter Umständen das Packmaß eine Rolle. Gut geeignet sind etwa das Meru Sonnensegel, das Meru Tarp Cotton, das günstige Nordisk Tarp PU oder das leichtere Nordisk Tarp SI. Soll das Tarp aus irgendeinem Grund besonders leicht sein, kommt zum Beispiel das Hilleberg Tarp 20 UL in Frage, das dann auch ein wenig teurer ist.
Tarp als Sonnen- und Windschutz am Strand
Tarps lassen sich auch als Sonnenschutz am Strand aufspannen, ähnlich wie ein Sonnenschirm, nur größer. Man kann Tarps je nach Sonnenstand oder Windrichtung unterschiedlich aufbauen und im Gegensatz zu einem Zelt bleibt es darin immer angenehm luftig. Fast alle Tarps sind prinzipiell dafür geeignet.
Tipp: Alle Tarps spenden zwar Schatten, aber nicht alle filtern auch UV-Strahlen aus. Wer darauf Wert legt, sollte zum Tatonka Tarp UV Plus greifen: dieses filtert UV-Strahlen zu 90%. Gibt es in groß und klein und ist besonders zu empfehlen für einen Urlaub mit Kindern, aber auch allgemein in allen Ländern mit starker Sonneneinstrahlung. Wir wollen schließlich sonnengebräunt werden, nicht krank.
Hinweis: Meru ist der neue Name der Globetrotter-Hausmarke Four Seasons.
Sowohl Sonnen- als auch Windschutz bietet auch eine Strandmuschel wie zum Beispiel Meru Ibiza, Meru Miami, Meru California, der flexible Nomad Shelter und der große Jack Wolfskin Beach Shelter IV. Speziell um sich vor Wind zu schützen, kann man auch den Outwell Windschutz verwenden, die auch als Sichtschutz beim Camping nützlich sein kann.
Tarp als Vorzelt
Oft wird ein Tarp vor dem Zelt aufgespannt, um den vor Sonne oder Regen geschützten Raum zu erweitern. So kann man im Schatten zu Mittag essen und auch bei Regen muss sich nicht die ganze Familie ins enge, stickige Zelt zwängen. Ein solches Tarp ist für praktisch jeden Campingurlaub zu empfehlen.
Speziell als Vorzelt konstruiert sind das Nordisk Tentwing, das Wechsel Wing 2, das Eureka Backpackers Annex Tarp und das Nomad Tarp XL. Für große Zelte kommt das Eureka Tunnel Vision Annex TC oder RS in Frage. Man kann aber auch, je nach eigenen Anforderungen, andere Tarps verwenden. Wenn das Zelt größer ist, sollte auch das Tarp entsprechend größer sein - solche Tarps sind oben im Text (Tarps als Sonnensegel) genannt.
Auf Radreisen, besonders wenn man mit Regen rechnen muss, ist ein großes Tarp zusätzlich zum Zelt ein kleiner Luxus, den man sich gönnen sollte. Denn es gibt nichts unangenehmeres als einen Regentag in einem winzigen Zelt zu verbringen. Beim Radreisen zählt jedoch leichtes Gepäck, deshalb kommt hier eigentlich nur ein Hilleberg-Tarp ni Frage (Vorschlag: Hilleberg Tarp 20 UL).
Tarp für Outdoor-Übernachtungen
Die Ansprüche an das Tarp sind je nach Tour unterschiedlich: Wenn man Rad fährt an der Treene in Schleswig und plant, in Oeversee oder Wanderup im Landgasthof zu übernachten und das Tarp eher als Schutz vor plötzlichen Regengüssen dabei hat, dann genügt ein einfaches und günstiges Tarp. Gleiches gilt, wenn man das Tarp auf die Raveolution oder ein anderes Festival mitnimmt, weil einem das Zelt zu sperrig oder zu schade dafür ist.
Ganz anders sieht es aus, wenn man im Hochgebirge Wandern geht. Hier kann es unter Umständen lebenswichtig sein, eine Notunterkunft für die Nacht bauen zu können. Es kommt vor, dass man im Gebirge nicht mehr weiterwandern kann, zum Beispiel bei plötzlichem dichten Nebel. Die Gefahr abzustürzen wäre zu groß, man entscheidet sich, ein Nachtlager aufzubauen. Das heißt: man muss sich vor der Nachtkälte, vor Wind, vielleicht auch vor Regen oder Schnee schützen. Das Tarp kann hier unter Umständen überlebenswichtig sein und man muss sich 100-prozentig darauf verlassen können. Hier sollte man nicht sparen.
Nicht immer ist das Tarp eine Notlösung. Im Tarp zu übernachten, kann ein wesentlich intensiveres Erlebnis sein als eine Übernachtung im Zelt. Für manche gehört es zu einer Outdoor-Übernachtung dazu, das Gras duften zu riechen und der Natur so nah wie eben möglich zu sein. (Wer bestimmte Aspekte der Natur, zum Beispiel Stechmücken, auf Distanz halten will, kann das Tarp mit einem Moskitonetz verbinden.) Wer mit seinem Tarp unauffällig bleiben will, um keine ungebetenen menschlichen Gäste anzulocken, sollte ein Tarp in gedeckten Grün-oder Brauntönen wählen.
Tarp über der Hängematte
Die Übernachtung in der Hängematte ist besonders in den Tropen beliebt, weil dort auf dem Boden allerlei Getier umher kriecht. Hängematten sind, wenn man sie richtig aufbaut, eine sehr bequeme Art zu schlafen. Weil es im Regenwald, wie der Name sagt, jeden Tag regnet, spannt man ein Tarp über seine Hängematte, damit die Sachen nicht nass werden.
Tarp-Zelte?
Dieses Jahr kam ein neues Zelt-Modell von Jack Wolfskin heraus, bei dem man nicht so recht weiß, ob man es noch als Tarp oder schon als Zelt einordnen soll. Die Macher wussten das offenbar auch nicht und nannten es kurzerhand "Jack Wolfskin Tarp Tent".
Es gibt weitere Ultraleicht-Zelte, die mit Tarps in jeder Hinsicht konkurrieren können (und ihnen in verschiedener Hinsicht deutlich überlegen sind, was sich teilweise auch im Preis niederschlägt). Eine weitere Alternative zum Tarp ist der Biwaksack, und auch hier gibt es Mischformen zum Zelt, namentlich der Vaude Bivi.
Zelt, Tarp oder Biwak?
Achtung, die folgende Tabelle zeigt nur allgemeine Tendenzen auf, einzelne Modelle können stark davon abweichen (insbesondere Gewicht und Preis):
| Tarp | Biwak | Zelt |
|---|---|---|---|
Gewicht | leicht | leicht | etwas schwerer |
Kosten | günstig | günstig | teurer |
Raum | viel | sehr wenig | mittel |
Windschutz | gering | gut | sehr gut |
Regenschutz | ok | ok | sehr gut |
Schneeschutz | ok | ok | sehr gut |
Mückenschutz | meistens keiner | ok | sehr gut |
Spezielle Anforderung an das Tarp gibt es hier eher nicht, man sollte eben darauf achten, dass das Tarp groß genug ist. Und auch hier gilt: wollt ihr Hängematte und Tarp im Garten aufstellen, könnt ihr zu einfachen Produkten greifen; wenn ihr vorhabt, durch südamerikanische Regenwälder zu trekken, sollte das Tarp sehr leicht und sehr robust sein (mein Tipp wäre das Hilleberg Tarp 10 UL). Und ein gutes Moskitonetz nicht vergessen!
Lagerfeuer unterm Tarp?
Manchmal hätte man auch bei Regen gern ein abendliches Lagerfeuer. Aber kann man das Lagerfeuer regengeschützt unter dem Tarp anzünden? Vorsicht: Die meisten Kunstfasern sind sehr anfällig für Funkenflug - unter ihnen kann man auf keinen Fall ein Lagerfeuer entzünden. Auch wenn man das Lagerfeuer neben dem Tarp anlegt, sollte man darauf achten, dass man nicht zu dicht am Tarp ist. Schnell kommt eine Windböe auf, oder der Wind ändert seine Richtung und treibt die Funken zum Tarp.
Bei Tarps aus Baumwolle sieht es etwas anders aus, das Meru Tarp Cotton beispielsweise ist unempfindlich gegen Funkenflug. Auch das Tatonka Tarp TC (klein und groß) macht sich hier gut. Der Coleman Event Shelter ist ebenfalls aus schwer enflammbaren Material und eignet sich gut für Grillpartys im Garten.
Wie baut man ein Tarp auf?
Man kann die Stangen an diagonal entgegengesetzten Ecken verwenden oder an zwei nebeneinanderliegenden. Die jeweils anderen Ecken befestigt man an Bäumen, am Zelt oder Wohnmobil oder seitlich am Boden. Man kann das Tarp auch über eine Schnur hängen und seitlich an Stangen, Bäumen oder mit Abspannleinen am Boden befestigen. Manchmal ist es nützlich, eine hohe Stange in die Mitte zu stellen, ähnlich wie bei einem Tipi. Ein Tipi lässt sich mittels Tarp übrigens auch bauen.
Darauf sollte man achten: Bei manchen Tarps sind Stangen und Abspannleinen dabei, bei anderen nicht.
Manche Tarps haben Ösen, an denen man die Schnüre befestigen kann. Solche Ösen kann man selbst machen - auf keinen Fall sollte man einfach Löcher ins Tarp schneiden, denn das Tarp ist zwar stabil, solange es intakt ist, ein Loch kann aber immer weiter aufreißen. Wenn Ösen zu stark belastet werden, reißen sie auf - dann sollte man sie in jedem Fall vorher flicken. Viele Tarp-Nutzer raten übrigens davon ab, zuviele Ösen ins Tarp zu machen - man verwendet es ja doch immer wieder anders. Eine einfache, wenn auch nicht die schönste Möglichkeit ist es, die Ecken des Tarps mit einer Schnur zu einem Zipfel zusammenzubinden. Eine weitere Möglichkeit sind Coghlans Tarp Halter, mit denen man das Tarp sehr einfach befestigen kann.
Ein Tipp zum Schluss: Tarps online bestellen kann man bei
hsg/mec
