Naturpark Barnim

Ich bin vor einiger Zeit das erste Mal länger im Naturpark Barnim unterwegs gewesen. Mit der S-Bahn von Berlin aus bin ich nach Wandlitz gefahren und schon am Bahnhof habe ich gemerkt, wie schnell die Stadt hinter mir zurückbleibt. Du steigst aus, läufst ein paar Minuten und bist mittendrin. Ich habe den Rundweg um den Liepnitzsee genommen. Neun Komma fünf Kilometer, vielleicht zwei Stunden, wenn du nicht hetzt. Der Pfad führt direkt am Ufer entlang, durch Buchenwald, der im Licht ganz hell wirkt. Ich habe feste Schuhe getragen, weil der Boden sandig ist und nach Regen matschig werden kann. Einmal bin ich fast ausgerutscht, aber das hat mich nicht gestört. Das Wasser im See ist klar. Ich habe vom Ufer aus Steine auf dem Grund erkannt, obwohl der See tief ist. Du kannst an mehreren Stellen einfach rein. Kein Eintritt, keine Absperrung. Ich bin gesprungen und habe das kalte Wasser gespürt. Es hat mich wach gemacht.

Ich bin mir nicht sicher, ob der See immer so leer ist. An manchen Wochenenden kommen mehr Leute, das habe ich später gehört. Aber ich habe früh gestartet und hatte den Weg fast allein. Ein Reiher stand am Rand und hat nicht mal den Kopf gedreht, als ich vorbeiging. Ich bin stehen geblieben und habe zugesehen. Solche Momente bleiben hängen. Danach bin ich weiter, vorbei an der Stelle, wo im Sommer die Fähre fährt. Sie spart dir drei Kilometer, wenn du die Runde abkürzen willst. Ich habe sie einmal genommen und fand es praktisch. Du zahlst wenig und bist schnell auf der anderen Seite. Nimm dir Wasser mit und ein paar Brote. Es gibt Imbisse, aber nicht überall, und du willst nicht hungrig durch den Wald laufen.

Von Wandlitz aus bin ich später ins Biesenthaler Becken gefahren. Mit dem Zug nach Biesenthal, dann zu Fuß vom Markt aus. Die Rundtour dort misst zwölf Kilometer. Du startest auf der Straße Am Heideberg und folgst dem roten Balken. Das Becken ist eiszeitlich geformt. Es wechselt zwischen Sandhügeln und feuchten Wiesen mit Schilf. Ich habe das Pfauenfließ überquert und der Boden wurde weicher unter den Schuhen. Du spürst es sofort. Im Frühling habe ich Kraniche gehört. Ihre Rufe kamen von irgendwo aus dem Moor. Ob sie immer da sind, weiß ich nicht genau. Aber an dem Tag haben sie die Stille unterbrochen. Ich bin am Hellsee vorbeigegangen. Der See liegt ruhig da, umgeben von Mischwald. Es gibt natürliche Badestellen. Ich habe die Schuhe ausgezogen und die Füße ins Wasser gehalten. Kalt, aber gut.

Der ganze Park umfasst rund siebenhundertfünfzig Quadratkilometer. Fast so groß wie Berlin selbst. Ein Teil liegt sogar noch in den Berliner Bezirken. Das finde ich praktisch, weil du nicht weit fahren musst. Ich habe Teile des 66-Seen-Wanderwegs ausprobiert. Er zieht sich durch den Park und du kommst an mehreren Seen vorbei. Manche haben flache Ufer, wo du einfach baden kannst. Ich habe das bei einem kleineren See gemacht. Das Wasser war still und ich habe nur Vögel gehört. Du brauchst keine spezielle Ausrüstung, nur gute Schuhe und vielleicht eine leichte Jacke, falls es abkühlt. Ich habe einmal eine leichte Regenjacke mitgenommen und war froh darüber. Der Weg führt auch durch offene Flächen. Dort bläst der Wind stärker. Du merkst es am Tempo.

Ich habe den Nonnenfließ im Schwärzetal entlang gewandert. Das Tal ist eng und feucht. Moose hängen an den Bäumen. Ich bin dem Fließ gefolgt und habe alte Mühlenreste gesehen. Die Steine sind moosbedeckt. Du gehst langsam, weil der Boden uneben ist. Ich habe Biberspuren entdeckt. Abgenagte Äste und ein Damm aus Zweigen. Den Biber selbst habe ich nicht gesehen. Aber die Spuren reichten mir. Solche Details machen den Weg interessant. Du lernst, genauer hinzuschauen. Für dich als Wanderer rate ich, eine Karte einzupacken oder die Markierungen genau zu befolgen. Die Wege sind ausgeschildert, aber in den dichten Waldstücken kannst du leicht zweifeln, ob du noch richtig bist.

Mit dem Rad bin ich ein Stück auf dem Berlin-Usedom-Radweg gefahren. Ich habe mir in Bernau ein Rad geliehen. Der Weg ist flach und führt durch Wald und an Feldern vorbei. Du kommst gut voran, ohne große Anstiege. Ich habe etwa zwanzig Kilometer gemacht und bin an einem der kleineren Seen vorbeigekommen. Dort habe ich angehalten und etwas gegessen. Praktisch ist, dass du den Radweg mit der Bahn kombinieren kannst. Du fährst hin, radelst und nimmst den Zug zurück. Ich habe das gemacht und den Tag ohne Stress beendet. Nimm einen Helm mit und genug zu trinken. Die Sonne kann im offenen Gelände stärker sein, als du denkst.

Im Barnim Panorama in Wandlitz habe ich mir Karten geholt. Das Zentrum liegt zentral und zeigt dir die Routen. Ich war dort und habe ein paar Minuten mit den Mitarbeitern gesprochen. Sie haben mir von den Fließtälern erzählt und wo man am besten startet. Du bekommst konkrete Tipps, ohne dass jemand etwas aufdrängt. Danach bin ich zum Finowkanal gelaufen. Die alten Schleusen stehen noch. Ich habe Boote gesehen, die langsam vorbeifuhren. Es verbindet die Landschaft mit früheren Zeiten. Ich habe mich hingesetzt und zugeschaut. Kein großes Programm, einfach nur dasitzen.

Du kannst den Park das ganze Jahr nutzen. Im Herbst knirschen die Blätter unter den Schuhen und die Farben ändern sich. Ich war einmal im Oktober da und die Buchen leuchteten. Im Sommer sind die Seen voller Leben. Im Frühling die Vögel. Ich habe nicht jeden Monat getestet, aber ich merke, dass jede Jahreszeit etwas Eigenes hat. Für die Anreise empfehle ich die Bahn. Von Berlin aus bist du in unter einer Stunde da. Der Autoverkehr bleibt gering und du kommst entspannter an. Ich habe das Auto einmal genommen und die Parkplätze waren voll. Mit der Bahn war es einfacher.

Einmal bin ich durch die Schönower Heide gegangen. Der Weg führt über offene Flächen mit Blick auf den Wald dahinter. Ich habe einen Aussichtsturm hochgeklettert und die Weite gesehen. Der Park wirkt größer, als du von unten denkst. Du siehst die Seen glitzern und die Wälder dazwischen. Ich habe ein Fernglas mitgenommen und Vögel beobachtet. Nicht nur den Eisvogel, der manchmal über den Bächen fliegt. Auch andere Arten, die ich nicht genau benennen kann. Du brauchst kein Experte zu sein. Es reicht, wenn du stehen bleibst und schaust.

Ich habe gelernt, dass du nicht den ganzen Park an einem Tag brauchst. Nimm dir eine Tour vor und bleib dabei. Der Liepnitzsee hat mir am besten gefallen, weil er so klar ist. Das Biesenthaler Becken wegen der Weite. Du findest deinen eigenen Rhythmus. Ich packe immer eine kleine Tasche mit Wasser, etwas Obst und einer leichten Jacke. Das reicht. Kein großes Gepäck. So bleibst du beweglich. Wenn du mit Kindern unterwegs bist, eignen sich die flachen Wege am See. Sie können spielen und du hast Zeit.

Der Park hat Moore und Ackersölle. Ich bin durch eines gegangen und der Boden federte leicht. Du hörst nur deine eigenen Schritte. Ich habe das Gefühl gemocht. Es ist nah genug, um spontan hinzufahren, und weit genug, um die Stadt zu vergessen. Ich bin mehrmals zurückgekehrt und jedes Mal habe ich etwas Neues gesehen. Einen anderen Weg, einen anderen Vogel, eine andere Stimmung am Wasser.

green trees near body of water under cloudy sky during daytime
green trees and green grass during daytime
white canoe on body of water during daytime