Tegeler Forst

Ich habe den Tegeler Forst schon mehrmals besucht und jedes Mal merke ich, wie er mich anders packt. Du kommst mit der U-Bahn bis Alt-Tegel und läufst einfach los. Nach zehn Minuten spürst du schon, wie die Geräusche der Stadt zurückbleiben. Der Wald umfasst über zweitausend Hektar und liegt direkt am Tegeler See. Ich habe dort Wege genommen, die breit und eben sind, und andere, die schmal zwischen den Kiefern hindurchführen. Beides funktioniert.

Einmal bin ich frühmorgens gestartet, noch bevor viele Leute unterwegs waren. Der Pfad führte mich zum Schwarzen Weg. Dort steht die Dicke Marie. Berlins ältester Baum, eine Eiche mit einem Stammumfang von über sechs Metern. Ich habe die Hand auf die Rinde gelegt. Sie fühlte sich kühl und fest an, fast wie eine Wand aus alter Zeit. Du kannst dich einfach daneben setzen. Kein Schild drängt dich weiter. Ich habe da gesessen und zugeschaut, wie das Licht durch die Blätter fiel. Es hat gereicht, um den ganzen Vormittag zu füllen.

Von dort aus bin ich weiter zum Mühlenweg gegangen. Da steht die Burgsdorff-Lärche, der höchste Baum der Stadt. Über vierzig Meter ragt sie auf. Ich habe den Kopf in den Nacken gelegt und eine Weile nur geschaut. Der Stamm ist gerade, die Äste weit oben. Du spürst die Höhe, ohne dass du klettern musst. Solche Bäume machen den Forst aus. Sie stehen nicht als Attraktion da, sondern einfach mittendrin.

Ich habe auch das Wildgehege gefunden. Rothirsche, Wildschweine und Mufflons leben dort in einem großen eingezäunten Bereich. Einmal habe ich eine Stunde lang beobachtet, wie ein Hirsch langsam durch das hohe Gras zog. Er hat mich gesehen und ist trotzdem ruhig geblieben. Du musst leise sein und Abstand halten. Dann siehst du mehr. Es gibt eine Voliere mit Vögeln in der Nähe. Ich habe dort ein paar Minuten gestanden und dem Flattern zugehört. Kein großes Programm, nur das, was der Wald schon bietet.

Du solltest eine Karte dabeihaben. Der Forst ist weitläufig und die Nebenwege sehen alle ähnlich aus. Ich habe mich schon einmal verlaufen und bin dann über eine Stunde länger unterwegs gewesen. Es hat mich nicht gestört, aber für den ersten Besuch ist Vorbereitung besser. Nimm Wasser mit und etwas zu essen. Es gibt keine Buden mitten im Wald. Ich packe immer einen kleinen Rucksack und laufe los. Manchmal nehme ich das Rad. Dann kommst du schneller voran und kannst mehr Strecke machen, ohne dass es anstrengend wird.

Der Tegeler See liegt direkt daneben. Ich bin im Sommer ans Ufer gegangen und habe gebadet. Es gibt Sandstrände und Stellen, wo du einfach ins Wasser steigen kannst. Das Wasser war klar und kühl. Danach bin ich die Greenwichpromenade entlanggelaufen. Boote liegen dort, kleine und größere. Du siehst Leute, die fischen oder einfach nur sitzen. Der Weg verbindet Wald und Wasser ohne großen Aufwand. Ich habe dort eine Pause gemacht und Brot gegessen. Es hat sich angefühlt wie ein kleiner Urlaub mitten in der Stadt.

Es gibt markierte Rundwege. Einer ist mit einem grünen Eichenblatt gekennzeichnet und misst etwa acht Kilometer. Ich habe ihn einmal komplett genommen. Er führt um einen großen Teil des Forstes herum. Mal gehst du durch dichten Wald, mal öffnet sich der Blick auf Lichtungen. Ein kürzerer Weg dauert rund eine Stunde und ist gut für zwischendurch. Du startest am besten am Parkplatz am Schwarzen Weg oder von der Revierförsterei aus. Die Wege sind gut gepflegt, aber nach Regen können sie matschig sein. Ich trage feste Schuhe und habe nie Probleme gehabt.

Ein anderes Mal bin ich zur Sanddüne Baumberge gelaufen. Sie ist nach der letzten Eiszeit entstanden und liegt am nördlichen Rand. Nicht besonders hoch, aber du stehst dort und siehst den Wald sich ausbreiten. Ich habe den Wind im Gesicht gespürt und gedacht, wie ruhig es hier ist. Du kannst den Ehrenpfortenberg mitnehmen, die höchste natürliche Erhebung in der Gegend. Es sind nur ein paar Meter, aber der Aufstieg lohnt sich für den Ausblick.

Ich habe den Forst auch im Herbst besucht. Die Blätter verändern sich und der Boden wird weicher. Pilze wachsen dann an manchen Stellen. Ich habe ein paar gesammelt, die ich kannte, und zu Hause zubereitet. Du musst auf die Regeln achten und nur nehmen, was du wirklich erkennst. Es ist eine einfache Möglichkeit, den Wald noch direkter zu erleben. Im Winter liegt Schnee und die Wege werden stiller. Ich bin einmal bei Kälte los und habe nur meine eigenen Schritte gehört.

Du kannst den Forst mit dem Rad erkunden oder zu Fuß. Beides hat seinen Reiz. Mit dem Rad schaffst du die Runde um den See und durch den Wald in einem Vormittag. Zu Fuß nimmst du dir Zeit für die Details. Ich habe beides gemacht und merke, dass ich öfter zu Fuß unterwegs bin. Dann sehe ich die kleinen Dinge. Eine Eichel auf dem Weg, einen Specht am Stamm, den Schatten der Bäume auf dem Boden.

Die Wege sind so angelegt, dass du sie kombinieren kannst. Einmal bin ich von Alt-Tegel gestartet, durch den Forst bis zur Sechserbrücke gelaufen und habe dann den Rückweg am See genommen. Das waren gute fünfzehn Kilometer. Ich war müde, aber zufrieden. Du kannst kürzer machen, wenn du möchtest. Es gibt immer einen Ausstiegspunkt in der Nähe einer Bushaltestelle.

Was mir am meisten bleibt, ist die Ruhe. Du gehst hinein und nach einer Weile merkst du, wie der Kopf klarer wird. Kein Lärm, kein Druck. Nur Bäume, Wege und der See. Ich habe dort schon Freunde mitgenommen, die Berlin nur aus dem Zentrum kannten. Sie waren überrascht, wie nah und wie groß der Forst ist. Du brauchst kein Auto. Die öffentlichen Verbindungen reichen aus.

Ein praktischer Tipp noch: Schau dir die Infotafeln an den Parkplätzen an. Dort stehen kurze Beschreibungen der markierten Wege. Ich habe einmal eine Route genommen, die ich dort gefunden habe, und bin auf eine Lichtung gestoßen, die ich sonst nie entdeckt hätte. Es lohnt sich, kurz zu lesen.

Ich war schon öfter dort und plane den nächsten Besuch. Vielleicht wieder frühmorgens, vielleicht mit dem Rad. Der Tegeler Forst gibt dir genug Raum, um selbst zu entscheiden, wie lange und wohin du gehst. Du kommst raus und fühlst dich ein bisschen leichter. Das ist es, was ich jedes Mal mitnehme.

green and yellow trees under blue sky during daytime
selective focus photography of bee pollinating on flower
green trees on forest during daytime