Cork City

Der Busfahrer hat mir zugelächelt und gesagt, dass der Verkehr heute gnädig sei. Du spürst sofort, wie kompakt alles liegt. Kein langes Suchen nötig. Die Straßen führen dich fast von allein zum Fluss Lee, der die Stadt teilt.

Ich habe einmal früh morgens am English Market gestanden. Die Stände öffnen um acht, und ich war da, bevor die meisten Touristen kamen. Über fünfzig Verkäufer bieten frischen Fisch, der am selben Morgen aus dem Hafen kam, Käse aus der Region und Brot, das noch warm war. Ich habe den Geruch von gebratenen Würstchen eingeatmet und mir gedacht, dass ich mir unsicher war, ob ich alles probieren sollte. Dann habe ich doch zugeschlagen. Ein Stück Cheddar aus Cork und ein paar Austern. Du kannst das auch tun. Nimm einen kleinen Teller am Stand und lass dir erklären, woher die Ware kommt. Die Verkäufer sprechen langsam und klar, fast wie alte Bekannte.

Oben im Markt gibt es das Farmgate Café. Ich habe dort gesessen und durch das Geländer hinuntergeschaut auf die Stände. Der Irish Stew kam dampfend auf den Tisch, und ich habe gefühlt, wie die Wärme in den Händen blieb. Nichts Übertriebenes, einfach gut. Wenn du Hunger hast, bestell dir den Carrot Cake dazu. Er ist nicht zu süß und hält dich bis zum Nachmittag auf den Beinen. Praktisch: Nimm Bargeld mit, manche Stände nehmen nur das. Und geh nicht zu spät, sonst sind die besten Sachen weg.

Von dort aus läufst du Richtung Norden. Der Weg führt über die Patrick Street, wo die Geschäfte eng stehen. Ich habe das Tempo gewechselt, mal langsam geschlendert, mal schneller, weil der Regen einsetzte. Plötzlich ragt der Turm von Shandon auf. Du zahlst ein paar Euro und steigst die 132 Stufen hoch. Ich habe oben gestanden und die Glocken geläutet. Die Töne hallen über die Dächer, und du siehst die roten und weißen Häuser, die sich um den Fluss schlingen. Mir war nicht ganz klar, warum die Uhren an den vier Seiten unterschiedlich gehen. Aber genau das macht den Turm aus. Du fühlst dich nah dran an der Stadt, ohne dass jemand dir etwas verkaufen will.

Danach überquerst du die Shaky Bridge. Sie wackelt leicht unter deinen Schritten. Ich habe das zum ersten Mal gemacht und gedacht, dass es vielleicht nur ein kleiner Spaß ist. Doch dann hast du den Park vor dir, den Fitzgerald Park. Die Bänke stehen unter alten Bäumen, und du hörst den Fluss rauschen. Im Sommer gibt es Eiswagen am Rand. Ich habe dort eine Pause eingelegt und zugeschaut, wie Studenten Fußball spielten. Kein großes Spektakel, nur Leben.

Gleich nebenan liegt der Campus der University College Cork. Die Rasenflächen sind gepflegt, und die alten Gebäude stehen still da. Ich bin durch die Wege gelaufen und habe die riesigen Redwood-Bäume gesehen, die schon länger hier stehen als die meisten von uns. Du kannst einfach hineinspazieren. Niemand fragt nach einem Ticket. Wenn du Ruhe brauchst, setz dich auf eine Bank am Bach. Ich habe dort gesessen und gemerkt, wie der Wind durch die Blätter ging. Es fühlt sich an, als ob die Stadt kurz innehält.

Am Nachmittag zieht es dich zurück zum Fluss. Die Uferwege sind breit genug für zwei, und du kannst stundenlang gehen, ohne dass es langweilig wird. Ich habe einmal den ganzen Weg bis zum Blackrock Castle genommen. Dort gibt es ein Café mit Blick aufs Wasser. Der Kaffee war stark, und ich habe beobachtet, wie Boote vorbeizogen. Praktischer Tipp: Nimm eine leichte Jacke mit. Der Wind vom Meer kommt schnell, auch wenn die Sonne scheint.

Abends wird es in den Pubs lebendig. Ich habe in einem kleinen Lokal am Hafen gesessen und ein lokales Bier getrunken. Die Musik war nicht laut, nur ein paar Gitarrenakkorde. Du hörst die Gespräche der Einheimischen, die über den Tag reden. Kein großes Showprogramm, aber genau das macht es echt. Wenn du Fisch magst, bestell den fangfrischen Hake. Ich habe das getan und war überrascht, wie zart er war. Die Portionen sind großzügig, du wirst satt.

Am nächsten Tag kannst du den Bus nehmen und in die Umgebung fahren. Ich habe das gemacht und bin nach Blarney gekommen. Der Stein dort ist bekannt, aber ich habe mehr auf die Gärten geachtet. Die Wege sind gut ausgeschildert, und du läufst ohne Stress. Zurück in der Stadt lohnt es sich, noch einmal zum Markt zu gehen. Vielleicht kaufst du etwas mit, das du zu Hause nachmachen kannst. Ich habe ein Glas Honig mitgenommen und später in meiner Küche aufgeschlagen. Es schmeckte nach den Wiesen hier.

Die Stadt hat etwas Ruhiges an sich, das dich nicht drängt. Ich habe das gespürt, als ich über die Brücken ging und die Lichter im Wasser sah. Du musst nicht alles sehen. Lass dich treiben. Wenn du den Busplan checkst, kommst du überall hin. Die Fahrer kennen die Routen und geben dir gern Auskunft. Ich habe einmal gefragt und sofort eine klare Antwort bekommen.

Einmal bin ich früh aufgestanden und zum St Fin Barre’s Cathedral gelaufen. Die Steine glänzten im Morgenlicht, und ich habe die Türen offen gefunden. Drinnen war es still. Du kannst einfach stehen bleiben und schauen. Kein Eintritt, nur Ruhe. Danach habe ich den Weg zurück zum Zentrum genommen und mir noch einen Kaffee geholt. Der Tag begann langsam, und das hat gepasst.

Cork fühlt sich an wie eine Stadt, die dich aufnimmt, ohne dich zu vereinnahmen. Ich habe das mehrmals erlebt. Du gehst durch die Straßen, riechst den Fisch am Markt, hörst die Glocken und spürst den Fluss. Praktisch: Besorg dir eine Karte am Bahnhof Kent. Von dort kommst du schnell in andere Teile. Und wenn du länger bleibst, nimm den Zug nach Dublin. Die Fahrt dauert etwas über zwei Stunden, und du siehst die Landschaft vorbeiziehen.

Ich bin mir nicht sicher, ob jeder das Gleiche fühlt wie ich. Aber wenn du den English Market früh besuchst, den Turm hochsteigst und am Fluss entlangläufst, dann nimmst du etwas mit. Einen Geschmack, einen Klang, ein Gefühl von einem Ort, der einfach da ist. Du kannst das selbst ausprobieren. Geh hin, schau dich um und lass den Rest kommen.

city skyline during night time
white and black boat on dock during sunset
A fish market filled with lots of fresh fish