Kilkenny Castle

Ich hatte keine großen Erwartungen an Kilkenny Castle. Ich dachte, es wäre einfach ein weiteres irisches Schloss, das man abhakt. Dann stand ich plötzlich in der langen Picture Gallery, und die Decke aus dunklem Holz hat mich überrascht. Kein einziger Nagel, haben sie gesagt. Das hat mich irgendwie berührt – so viel Aufwand für etwas, das man kaum bemerkt, wenn man schnell durchgeht.

Das Gebäude selbst ist größtenteils viktorianisch. Die alten Türme aus dem 13. Jahrhundert sind noch da, drei von vieren, aber der Rest wurde im 19. Jahrhundert umgebaut. Die Butlers haben hier fast 600 Jahre gewohnt. Erst 1969 hat der irische Staat es übernommen und richtig restauriert. Ich habe gelesen, dass 2024 etwa 430.000 Menschen Tickets gekauft haben. Das ist viel für so ein überschaubares Haus.

Du gehst durch Räume, die wie eingefroren wirken: Bibliothek, Salon, Kinderzimmer, alles aus den 1830er Jahren. Die Möbel und Bilder sind echt, keine Nachbauten. In manchen Ecken riecht es nach altem Holz und Staub, und das fühlt sich richtig an. Ich habe mich ertappt, wie ich länger vor einem Porträt stehe, nur weil der Blick der Person so direkt war.

Der Eintritt kostet 8 Euro für Erwachsene, selbstgeführt. Geführte Touren sind teurer, aber ich habe Leute gehört, die sagten, es lohnt sich, weil die Guides Details erzählen, die man sonst übersieht – zum Beispiel die mittelalterlichen Fundamente, die man nur bei der Führung sieht. Ich habe es selbst gemacht und war nach vielleicht 50 Minuten wieder draußen. Zu kurz, wenn du langsam gehst.

Der Park drumherum ist kostenlos. 50 Acres, also gut 20 Hektar. Du läufst über Wiesen, durch alte Bäume, vorbei an einem kleinen See. Im Frühling und Sommer blüht der Rosengarten terrassenförmig hinter dem Schloss. Ich war an einem grauen Oktobertag da, und selbst da hat es sich gelohnt, einfach herumzulaufen. Die Stadt liegt direkt daneben, der River Nore fließt vorbei. Du hörst das Wasser und die Autos gleichzeitig.

Manchmal fühlt es sich komisch an, durch die alten Räume zu gehen. Die Butlers waren mächtig, haben Kriege mitgemacht, Reichtum verloren. Und jetzt zahlst du 8 Euro, um in ihrem ehemaligen Wohnzimmer zu stehen. Ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll. Es ist schön hergerichtet, aber es bleibt ein Stück fremder Geschichte.

Wenn du in Kilkenny bist, geh einfach hin. Nimm dir mindestens eine Stunde für drinnen, und plane Zeit für den Park ein. Im Sommer wird es voll, besonders nachmittags. Morgens ist es ruhiger. Und wenn du magst, nimm die geführte Tour – ich habe es nicht gemacht, aber die Leute, die raus kamen, wirkten zufriedener als die Selbstläufer.

Ich habe danach noch einmal umgedreht und bin extra durch den Rosengarten gegangen. Die Burg sah von dort kleiner aus, fast zerbrechlich gegen den Himmel. Komisch, wie so ein massives Ding plötzlich verletzlich wirkt.

a castle on a hill
a tall tower with windows
a duck sitting on the edge of a body of water