Killarney National Park: Wandern um Seen und Berge

Ich habe den Weg um den Lough Leane genommen und sofort gemerkt, wie nah die Berge rücken. Du stehst da am Ufer und siehst die Macgillycuddy’s Reeks im Wasser gespiegelt. Ich hatte nicht erwartet, dass die Reflexion so klar ausfällt, selbst wenn der Himmel bedeckt ist. Der Pfad beginnt leicht, fast flach, und du läufst direkt an der Wasserlinie entlang. Nach ein paar Kilometern biegt er in den Wald ab. Ich habe dort rote Eichhörnchen gesehen, die über die Äste huschten. Sie wirken so selbstverständlich, als gehöre der ganze Park ihnen allein.

Du kannst den Knockreer Circular Walk machen, fünf Kilometer lang und ohne große Steigungen. Ich habe ihn einmal in einer Stunde geschafft und dabei ständig die Aussicht auf den See und die Berge gewechselt. Der Weg führt durch offenes Gelände, wo manchmal Rehe stehen. Ich habe einen Bock gesehen, der einfach stehen blieb und mich musterte. Danach bin ich weitergegangen, weil ich wissen wollte, wie es am Muckross Lake aussieht. Der Loop dort misst fünfzehn Kilometer. Ich habe vier Stunden gebraucht, mit Pausen. Du startest am besten beim Muckross House. Dort gibt es Parkplätze, und der Einstieg ist klar markiert. Der Pfad führt erst durch Gärten, dann am Seeufer entlang. An manchen Stellen kommst du so nah ans Wasser, dass du die Wellen hören kannst. Ich habe eine Stelle gefunden, wo der Wind die Oberfläche kräuselte und die Berge plötzlich kleiner wirkten.

Zwischendurch erreichst du die Peninsula. Die trennt den Muckross Lake vom Lough Leane. Ich habe dort gestanden und gedacht, dass die drei Seen wie eine Kette wirken. Du siehst den Upper Lake in der Ferne, wenn der Himmel aufklart. Der Weg wird mal breiter, mal schmaler. An der Dinis Cottage kannst du kurz rasten. Ich habe dort einen Kaffee getrunken und den Steinbrücke gegenüber betrachtet. Die Brücke ist alt, aber stabil. Danach geht es zurück durch den Wald. Ich habe bemerkt, dass der Boden nach Regen schnell weich wird. Deshalb trage ich immer Schuhe mit gutem Profil. Du solltest das auch tun. Einmal bin ich ohne ausgekommen und habe den halben Weg mit nassen Füßen verbracht. Das hat den Spaß etwas gedämpft.

Vom selben Ausgangspunkt kannst du den Torc Waterfall einbauen. Der kleine Umweg lohnt sich. Ich habe den Fall von unten gesehen und das Wasser rauschen gehört. Der Pfad steigt dann weiter an, wenn du willst. Es gibt einen Abschnitt mit Stufen, den sie Cardiac Hill nennen. Neun Kilometer insgesamt, wenn du den Loop machst. Ich habe gezögert, ob ich hochgehe, weil der Tag schon lang war. Dann habe ich es doch getan. Oben auf dem Torc Mountain hast du einen Blick, der die ganze Seenlandschaft zeigt. Ich habe gefühlt, wie der Wind stärker wird. Die Luft riecht nach Moos und nassem Stein. Du siehst die Reeks auf der einen Seite und den Lough Leane tief unten. Ich bin mir nicht sicher, ob jeder den Aufstieg schafft, aber für mich war der Moment oben der Höhepunkt.

Wenn du mehr Höhenmeter willst, probier den Mangerton Mountain. Zehn Kilometer hin und zurück, vier bis fünf Stunden. Ich habe den Weg einmal genommen und den Devil’s Punchbowl erreicht. Das ist ein See in einer Mulde. Das Wasser liegt still da, fast schwarz. Ich habe oben gestanden und die ganze Kette der Killarney-Seen gesehen. Auf der anderen Seite die Reeks. Der Kontrast hat mich überrascht. Der Pfad ist nicht überall deutlich. Du brauchst eine Karte. Ich habe sie mir im Visitor Centre geholt. Dort sprechen die Ranger mit dir, wenn du Fragen hast. Sie haben mir erklärt, wo der Einstieg liegt, und ich habe danach nicht einmal gezweifelt. Der Aufstieg ist gleichmäßig. Ich habe Pausen gemacht, um Wasser zu trinken. Oben habe ich den Wind gespürt, der über die Grate streicht. Du fühlst dich weit weg von allem, obwohl die Stadt nur eine kurze Fahrt entfernt ist.

Ich habe gelernt, dass du immer etwas zu essen und trinken mitnimmst. Einmal habe ich das vergessen und mich nach drei Stunden hungrig gefühlt. Seitdem packe ich Nüsse und einen Apfel ein. Auch ein leichter Regenponcho gehört in den Rucksack. Der Park liegt in Kerry. Der Regen kommt schnell und geht wieder. Ich habe Tage erlebt, an denen es dreimal geregnet hat und die Sonne dazwischen schien. Die Farben der Berge ändern sich dann. Das Grün wird intensiver. Du siehst plötzlich Details, die vorher unsichtbar waren.

Ein anderer Weg, den ich mochte, führt über die Old Kenmare Road. Sieben Kilometer, aber steiler. Ich habe ihn mit einem Freund gegangen. Wir sind langsam gelaufen und haben die Aussicht auf die Seen genossen. Der Pfad schlängelt sich durch die Hügel. An manchen Stellen siehst du die drei Seen gleichzeitig. Ich habe dort einen Adler beobachtet. Er kreiste über dem Lough Leane. Wir haben still gestanden und zugeschaut. Solche Momente kommen unverhofft. Du planst den Weg nach Distanz und Höhenmetern, und dann passiert etwas Kleines, das alles verändert.

Praktisch gesehen lohnt es sich, früh zu starten. Ich bin oft vor neun Uhr losgegangen. Dann triffst du weniger Leute und die Tiere sind aktiver. Der Park ist groß. Zehntausend Hektar, und die Wege verteilen sich. Du kannst einen Tag am See verbringen und am nächsten in die Berge gehen. Ich habe das so gemacht. Einen Morgen am Lough Leane, den Nachmittag am Torc. Der Wechsel hat mir gefallen. Die Beine werden müde, aber auf eine gute Art. Du spürst die Anstrengung und gleichzeitig die Weite.

Wenn du die Seen umrundest, achte auf die Brücken. Die Brickeen Bridge zum Beispiel. Ich habe dort gestanden und das Wasser fließen sehen. Es verbindet die Seen. Der Klang ist beruhigend. Du kannst dort sitzen und einfach schauen. Ich habe das mehrmals getan. Kein großes Programm, nur dasitzen. Danach ging es leichter weiter. Die Pause hat mir geholfen, den Rest des Weges zu genießen.

Ich habe auch den Lakeside Walk probiert. Fünf Kilometer zurück. Er führt direkt am Ufer entlang. Ich habe das Wasser gerochen und die Berge im Hintergrund gesehen. Der Weg ist einfach, aber die Aussicht bleibt stark. Du kannst ihn mit Kindern gehen oder wenn du nur wenig Zeit hast. Ich habe ihn einmal in neunzig Minuten geschafft und war trotzdem zufrieden. Die Berge rücken nie ganz weg. Sie bleiben präsent.

Ein Tipp, den ich dir gebe: Bleib auf den markierten Pfaden. Ich habe einmal einen kleinen Abstecher gemacht und bin in weichem Boden gelandet. Danach bin ich vorsichtiger geworden. Der Boden hält nicht überall. Die Ranger sagen das auch. Sie wollen, dass du die Natur so lässt, wie sie ist. Ich habe das respektiert. Deshalb habe ich nichts mitgenommen außer Fotos.

Der Park zeigt dir die Seen und Berge auf einmal. Du gehst ums Wasser und siehst die Gipfel. Du steigst hoch und siehst die Seen unten. Ich habe das mehrmals erlebt und jedes Mal etwas Neues bemerkt. Die Lichtverhältnisse ändern sich. Die Wolken werfen Schatten auf die Hänge. Einmal hat der Regen die Berge grau gemacht, und eine Stunde später leuchteten sie grün. Du kannst das nicht planen. Du nimmst es mit.

Wenn du den Mangerton machst, nimm genug Wasser. Der Aufstieg zieht sich. Ich habe zweieinhalb Liter getrunken und war froh darüber. Oben am Devil’s Punchbowl habe ich mich hingesetzt und die Stille gespürt. Kein Auto, kein Lärm. Nur Wind und das leise Plätschern des Sees. Solche Stellen bleiben hängen.

Du kannst die Wege kombinieren. Einen Tag Muckross Lake, den nächsten Mangerton. Ich habe das so gehalten und nie Langeweile gehabt. Die Beine gewöhnen sich. Der Kopf wird klarer. Ich habe nach einer Woche im Park gemerkt, wie ruhig ich geworden bin. Die Seen und Berge haben das bewirkt. Du läufst und siehst, wie groß die Landschaft ist. Das reicht aus.

Ich gehe gerne wieder hin. Der Einstieg ist einfach. Du fährst nach Killarney und bist in zehn Minuten im Park. Die Wege warten. Du brauchst nur gute Schuhe und etwas Zeit. Ich habe das Gefühl, dass jeder Schritt etwas bringt. Die Seen spiegeln die Berge. Die Berge rahmen die Seen. Und dazwischen läufst du.

green island scenery
trees beside river
two ducks on water
brown concrete bridge over river
black and white horse carriage on green grass field during daytime