Killarney
Ich habe den Bus genommen und bin mitten in Killarney ausgestiegen. Die Straßen lagen da, eng und voller Bewegung, und ich habe mich gefragt, ob ich wirklich alles an einem Tag packen würde. Du steigst aus und spürst sofort den Rhythmus. Die Hauptstraße zieht sich hin, bunt gestrichene Häuser auf beiden Seiten, und du merkst schnell, dass hier alles zu Fuß passt.
Falls du mit dem Auto kommst, parke draußen vor dem Zentrum und lauf rein. Die Parkplätze im Kern sind knapp, und zu Fuß siehst du mehr. Die Gassen neben der Hauptstraße öffnen sich plötzlich, kleine Läden mit handgestrickten Pullovern und silbernem Schmuck. Ich habe in einem davon einen einfachen Anstecker gekauft, nichts Besonderes, aber er passt noch immer an meine Jacke.
Du gehst weiter und kommst an der Kathedrale vorbei. Ich bin das erste Mal einfach reingegangen, ohne Plan. Das Innere hat mich überrascht. Hohe Bögen, ruhiges Licht, und die Bänke stehen da, als hätten sie schon Jahrhunderte gehalten. Es gibt keine großen Schilder oder Eintritt, du schiebst einfach die Tür auf. Danach bin ich in den Garten nebenan spaziert, Killarney House. Die Wege sind kurz und eben, Blumenbeete wechseln sich mit alten Bäumen ab. Ich habe mich hingesetzt und zugeschaut, wie Leute vorbeilaufen. Es fühlt sich an wie ein Stück Alltag, das du dir nehmen kannst.
Die Geschäfte reihen sich aneinander. Manche verkaufen Wolle aus der Gegend, andere Postkarten und kleine Tassen. Ich habe gesehen, wie du in zwanzig Minuten durch das meiste durch bist, wenn du nicht stehen bleibst. Aber genau das lohnt sich. In einem Laden habe ich mit der Frau hinter der Theke gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass die meisten Besucher nur durchhetzen, und ich habe genickt. Du kannst das ändern. Bleib stehen, schau in die Schaufenster, probier mal eine Jacke an. Es kostet nichts und bleibt hängen.
Abends wird es anders. Ich habe mich in Jimmy Brien’s gesetzt, ein kleiner Raum mit Holzboden. Das Guinness kam schnell, und es schmeckte besser als in den großen Ketten. Der Barkeeper hat kurz genickt, nichts weiter. Später bin ich zu O’Connor’s gegangen. Über hundert Jahre alt, sagt man, und die Musik läuft fast jeden Abend. Ich habe an der Bar gestanden, ein Bier in der Hand, und die Band hat gespielt. Du musst nicht tanzen oder mitsingen. Einfach da sein reicht. Courtney’s Bar auf der Plunkett Street hat mir gefallen, weil die Wände voll mit alten Fotos hängen. Es riecht nach Holz und ein bisschen nach Rauch, obwohl drinnen niemand raucht.
Wenn du Hunger hast, geh ins Laurels. Ich habe dort Roast Lamb bestellt, saftig und mit Kräutern. Die Portion war groß genug, dass ich den Rest am nächsten Tag mitgenommen habe. Nebenan gibt es Chowder, dick und warm. Du sitzt zwischen Einheimischen und anderen Reisenden, und niemand stört sich. Ich habe einmal gesehen, wie ein Paar aus der Gegend dem Kellner die Hand geschüttelt hat. So läuft es hier.
Morgens ist es ruhiger. Ich bin früh losgezogen, bevor die Busse ankommen. Die Straßen gehören dir fast allein. Du hörst die Schritte hallen, und die Luft ist frisch. Später kommen die Jaunting Carts, die Pferdewagen, und die Fahrer rufen dir Angebote zu. Ich habe einmal einen genommen, nur für eine kurze Runde um den Block. Es hat Spaß gemacht, aber zu Fuß war es mir lieber. Wenn du sparen willst, lass sie links liegen und lauf selbst.
Von hier aus starten die Busse in alle Richtungen. Ich habe einen nach Tralee genommen, einfach weil ich Zeit hatte. Der Fahrer hat mir einen Tipp für den Rückweg gegeben, und es hat geklappt. Du kannst das auch machen. Die Haltestelle liegt zentral, und die Fahrt kostet wenig. Wenn du länger bleibst, nimm ein Zimmer in der Nähe der Hauptstraße. Ich hatte eines mit Blick auf die Gasse. Morgens habe ich den Kaffee aus dem Fenster getrunken und zugeschaut, wie die Stadt wach wird.
Einmal habe ich in John M. Reidy’s gesessen. Früher war es ein Süßwarenladen, jetzt Pub. Die Regale sind noch voll mit Flaschen und alten Schildern. Ich habe ein Sandwich gegessen und dem Mann neben mir zugehört. Er hat von der Arbeit in der Brauerei erzählt. Nichts Großes, aber ich habe es mitgenommen. Du triffst hier solche Momente, wenn du nicht zu sehr planst.
Die Stadt bleibt überschaubar. Du brauchst keine Karte. Hauptstraße, dann rechts in die New Street, und du bist wieder beim Ausgangspunkt. Ich habe das gemerkt, als ich einmal die Orientierung verloren habe. Zwei Minuten später stand ich wieder vor der Kathedrale. Es fühlt sich sicher an, auch abends. Die Lichter in den Pubs leuchten warm, und die Leute grüßen sich.
Wenn du mit dem Zug kommst, steigst du direkt im Zentrum aus. Ich habe das einmal gemacht. Der Bahnhof liegt nah an allem. Kein Taxi nötig. Du läufst los und bist in fünf Minuten mittendrin. Für den Rückweg habe ich wieder den Bus genommen. Er fährt regelmäßig, und du sparst dir den Stress mit dem Auto.
Ich habe in den Boutiquen viele Aran-Pullover gesehen. Die Preise sind fair, und die Qualität hält. Du kannst einen mitnehmen, ohne dass es wehtut. In einem Laden habe ich einen Schal gekauft, weich und dick. Er liegt jetzt zu Hause im Schrank und erinnert mich an den Wind, der durch die Gassen zieht.
Die Abende haben mir am meisten gegeben. Du sitzt in der Ecke, hörst die Musik, und plötzlich singt jemand mit. Ich habe das in O’Connor’s erlebt. Die Band hat eine alte Ballade gespielt, und der ganze Raum hat mitgemacht. Nicht laut, einfach mit. Du musst nichts tun, nur bleiben. Es fühlt sich echt an.
Killarney House habe ich noch einmal besucht, diesmal langsamer. Die Gärten sind gepflegt, die Wege breit. Ich habe mich auf eine Bank gesetzt und die Vögel gehört. Du kannst dort eine Stunde verbringen, ohne dass jemand drängt. Danach zurück in die Stadt, Kaffee bei einem kleinen Stand. Der Barista hat gelacht, als ich den falschen Namen gesagt habe. Solche kleinen Dinge bleiben.
Wenn du früh startest, siehst du die Stadt anders. Ich habe das gemacht. Die Läden öffnen gerade, die Straßen sind leer. Du hast Zeit für alles. Später wird es voller, aber nie zu voll. Du findest immer einen Platz in einem Pub oder an einem Tisch.
Ich habe einmal den ganzen Tag nur gelaufen. Von der Kathedrale zur Hauptstraße, dann in die Seitenstraßen. Am Ende saß ich wieder in Jimmy Brien’s, Pint in der Hand. Die Stadt hat sich angefühlt wie ein Ort, den du schon kennst, obwohl es der erste Besuch war. Du kannst das auch so erleben. Geh einfach los, ohne großen Plan. Die Straßen zeigen dir den Rest.

