Wandern in der Eifel
Ich habe den Rucksack geschnürt und bin in die Eifel gefahren, zum zweiten Mal schon. Der Zug hat mich bis Daun gebracht, und von dort bin ich losgelaufen. Du nimmst denselben Weg, und schon nach den ersten Kilometern merkst du, wie die Landschaft wechselt. Eben noch durch den Kurpark, dann steigt der Pfad an, und plötzlich liegt das Gemündener Maar vor dir. Das Wasser ist dunkel und still. Ich habe dort gestanden und gespürt, wie ruhig alles wird.
Der Abschnitt, den ich gewählt habe, führt von Daun nach Manderscheid. Etwa 23 Kilometer lang, mit 564 Höhenmetern Aufstieg. Ich habe die Strecke an einem Tag gemacht, obwohl ich zuerst gezweifelt habe, ob das für mich passt. Der Boden ist oft steinig und feucht, deshalb brauchst du feste Schuhe mit gutem Profil. Meine haben mich nicht im Stich gelassen, auch nicht, als es mittags kurz geregnet hat. Du ziehst einfach die Regenjacke über, schichtest die Kleidung darunter, und gehst weiter. Die Zwiebelmethode funktioniert hier wirklich.
Auf dem Weg nach oben zum Weinfelder Maar habe ich den Dronketurm erreicht. Von der Plattform aus siehst du die drei Maare auf einmal. Ich habe gezählt, wie viele Ziegen auf der Wiese grasten. Sie halten das Gras kurz, und das sieht aus, als wäre die Landschaft extra für sie gemacht. Der Blick geht weit, über Hügel und Wälder. Keine Autos, kein Lärm. Nur Wind und das leise Knirschen deiner Schritte.
Dann geht es hinunter zum Schalkenmehrener Maar. Der Pfad wird schmaler, und du läufst direkt am Ufer entlang. Ich habe dort eine Pause eingelegt und Brot gegessen, das ich in Daun gekauft hatte. Das Wasser lag glatt da. Später habe ich gelesen, dass diese Maare aus Vulkanausbrüchen stammen, aber ich habe einfach nur dagestanden und gedacht, wie passend der Name klingt. Augen der Eifel. Du spürst das Gewicht der Zeit, ohne dass jemand es dir erklären muss.
Hinter Schalkenmehren führt der Weg ins Tal der Lieser. Der kleine Fluss plätschert neben dir her. Ich habe 17 Kilometer so gegangen und nur drei andere Wanderer getroffen. Die Vögel waren lauter als wir. Du hörst Amseln und manchmal einen Specht. Die Luft riecht nach feuchtem Laub und Harz. Wenn du wie ich allein unterwegs bist, wird der Kopf mit jedem Kilometer leichter.
Ich habe den Maare-Pfad ausprobiert, der zu sieben solchen Kraterseen führt. 34,7 Kilometer insgesamt, aufgeteilt auf zwei Tage. Die erste Etappe von Schalkenmehren nach Gillenfeld misst 15,1 Kilometer und dauert rund fünfeinhalb Stunden. Die zweite ist etwas länger. Ich habe die Variante gewählt und in einer kleinen Pension in Gillenfeld übernachtet. Du buchst besser vorher, weil die Orte nicht überall viele Zimmer haben. Das hat mir jemand geraten, und es stimmte.
Im Nationalpark Eifel gibt es 240 Kilometer markierte Wege. Ich bin dort eine kürzere Runde gelaufen, acht Kilometer um zwei Maare herum. Leicht begehbar, 260 Höhenmeter. Du startest in Schalkenmehren und kommst ohne große Anstrengung zurück. Perfekt, wenn du nicht den ganzen Tag Zeit hast. Ich habe dort im Frühling wilde Blumen gesehen, gelb und weiß, die den Rand des Pfades säumten. Keine Karte brauchte ich, die Schilder waren klar.
Du solltest immer eine App mit offline Karten dabeihaben. In manchen Waldstücken ist der Empfang schwach. Ich habe das einmal vergessen und musste mich auf die Markierungen verlassen. Es hat geklappt, aber ich war erleichtert, als ich wieder ein Signal hatte. Nimm auch genug Wasser mit. Auf manchen Abschnitten gibt es stundenlang keine Möglichkeit nachzutanken. Ich habe zwei Liter getragen und war froh darüber.
Die Eifelsteig-Etappe, die ich gemacht habe, ist schwer eingestuft. Du merkst das an den Anstiegen. Mal geht es steil hoch, dann wieder runter ins Tal. Aber es gibt keine extremen Kletterpassagen. Ich habe 366 Höhenmeter auf 16 Kilometern gezählt und danach Muskeln gespürt, die ich sonst nicht bemerke. Du kannst die Tour auch kürzen, indem du den Bus 300 nimmst. Er fährt zwischen Daun und Manderscheid, meist alle zwei Stunden. Ich habe ihn auf dem Rückweg benutzt und war in einer halben Stunde wieder am Ausgangspunkt.
In Manderscheid habe ich die Burgen gesehen, die oben auf dem Felsen thronen. Der Pfad führt direkt daran vorbei. Ich habe einen Kaffee in einem der kleinen Cafés getrunken und mit dem Wirt geredet. Er hat erzählt, dass im Herbst die Blätter besonders bunt werden. Ich war im Sommer da, und die Wälder waren grün und dicht. Beides hat mir gefallen.
Einmal bin ich im Nationalpark eine Themen-Tour gegangen, zwölf Kilometer lang, startend am Parkplatz Scheidbaum bei Nideggen. Der Weg führt durch Wald und offene Flächen. Ich habe Rehe gesehen, die nicht sofort wegliefen. Du bleibst einfach stehen und schaust. Kein Drama, nur Ruhe. Die Wege sind gut gepflegt, mit hölzernen Schildern. Du verläufst dich nicht leicht.
Was mir aufgefallen ist: Die Eifel verändert sich schnell. Ein Kilometer Wald, dann offenes Feld, dann wieder ein Tal. Ich habe das auf der Strecke von Daun nach Manderscheid besonders deutlich gemerkt. Du gehst durch dichten Buchenwald und kommst plötzlich auf eine Lichtung mit Blick auf die Lieser. Das Tempo wechselt von allein. Mal schnell, mal langsam.
Du packst am besten leichte Schichten ein. Eine dünne Fleecejacke unter der Regenjacke, gute Socken, eine Mütze für den Morgen. Ich habe das alles dabeigehabt und nie gefroren oder geschwitzt. Die Schuhe sollten knöchelhoch sein, weil Wurzeln und Steine überall liegen. Meine haben nach drei Tagen noch ausgesehen wie neu.
Ich habe auch den Lieserpfad ausprobiert, der mit dem Eifelsteig verbunden ist. 17 Kilometer, die genau das zeigen, was die Gegend ausmacht. Maare, Wasser, Aussichten. Du startest in Daun und endest in Manderscheid. Ich habe dort eine Pause an einem Bach gemacht und die Füße ins kalte Wasser gehalten. Es hat erfrischt.
Wenn du mit dem Zug anreist, kommst du gut hin. Von Köln oder Trier aus gibt es Verbindungen. Ich bin mit dem Regionalzug gefahren und hatte Platz für den Rucksack. Vor Ort brauchst du kein Auto. Die Busse reichen aus, und viele Wege beginnen direkt am Bahnhof.
Einmal hat es geregnet, und der Pfad wurde matschig. Ich bin trotzdem weitergegangen. Die Jacke hat gehalten, und der Wald hat danach intensiver gerochen. Du lernst, dass das Wetter hier wechselhaft ist, aber nie bedrohlich. Du passt dich an und genießt es.
Ich habe auf diesen Touren gemerkt, wie wenig ich eigentlich brauche. Ein gutes Paar Schuhe, etwas zu essen, Wasser. Der Rest kommt von allein. Die Hügel, die Seen, die Stille. Du läufst und fühlst, wie der Alltag zurückbleibt. Nicht dramatisch, sondern Schritt für Schritt.
Der Nationalpark hat noch mehr zu bieten. Ich bin eine 14-Kilometer-Runde am Schwammenauel-Staudamm gelaufen. Der Weg führt am Wasser entlang und durch den Wald. Du siehst Fischreiher und manchmal einen Eisvogel. Ich habe dort gestanden und zugeschaut, wie das Licht auf dem See lag.
Du kannst die Touren auch kürzer machen. Viele Schleifen sind acht oder neun Kilometer lang und trotzdem abwechslungsreich. Ich habe eine davon genommen, als ich müde war. Es hat gereicht, um den Tag gut zu beenden.
Was mir bleibt, ist das Gefühl, dass die Eifel nicht überfordert. Die Wege sind da, die Markierungen sind klar, die Landschaft wechselt ohne großen Aufwand. Ich habe 313 Kilometer des Eifelsteigs nicht komplett gemacht, nur Teile. Aber die Teile haben mir gezeigt, warum es sich lohnt, wiederzukommen. Du findest deinen eigenen Rhythmus, deine eigene Pause, deinen eigenen Blick auf die Maare.
Ich packe jetzt schon wieder den Rucksack für das nächste Mal. Vielleicht die längere Variante des Maare-Pfads. Oder eine andere Etappe. Du wirst sehen, es passt sich an, wie du es brauchst. Der Weg ist da. Du gehst einfach los.

