Wandern auf Teneriffa

Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln und gehört zu Spanien. Die ganze Insel ist ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde.

Teneriffas Küste

Teide-Nationalpark

Der Teide-Nationalpark wurde 2007 in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen. Der Teide-Vulkan ist der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Hinauf führt ein Netz von Wanderwegen, die man aus Gründen des Naturschutzes auch nicht verlassen darf. Alternativ führt eine Seilbahn zum Gipfel. Für die Besteigung benötigt man unter Umständen (je nach Aufstiegszeit und Übernachtung) eine Genehmigung, die man vorab via Internet oder bei der Nationalparkverwaltung in Santa Cruz de Tenerife erhalten kann. Auf dem Teide-Gipfel befindet sich eine Schutzhütte (Refugio de Altavista), in der man übernachten kann (Anmeldung notwendig).

Den Sonnenaufgang vom Gipfel aus zu erleben ist ein Erlebnis, das man nie vergisst!

Teide

Barranco del Infierno

Aber es müssen nicht immer Gipfel sein. Auch kleinere Wanderwege locken mit ihrem ganz eigenen Charme.

Wunderschön ist eine Wanderung durch die “Höllenschlucht” (Barranco del Infierno) bei Adeje. Der Schwierigkeitsgrad der Wanderung ist gering, die Zahl der Besucher pro Tag jedoch beschränkt, so dass eine Voranmeldung je nach Jahreszeit sinnvoll ist.

Anaga-Gebirge

Auch das Anaga-Gebirge wurde 2015 als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Das Gebirge ist reich an Legenden über Hexen und andere Fabelgestalten, und wenn man hier wandert, kann man verstehen warum: Die Wälder mit ihren krummen, knorrigen Bäumen, der in Nebel gehüllt, mit Lorbeer bewachsene Kamm, schiefe Felsen, Wohnhöhlen im Vulkangestein, eine steil und felsig abfallende Meeresküste – alles wirkt wie aus einem Fantasy-Film.

Das Anaga-Gebirge ist mit zahlreichen Wanderwegen erschlossen (allerdings nicht immer perfekt beschildert), die Aussichtspunkte, verschiedene Bergdörfer und touristisch interessante Punkte sind gut erreichbar. Ein ideales Wandergebiet, mein persönlicher Favorit und gleichzeitig noch völlig “off the beaten path”, also relativ wenig bewandert.

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Botanische Vielfalt

Teneriffa ist berühmt für seine Pflanzenwelt. Viele Arten sind hier endemisch, das heißt, sie kommen nur auf Teneriffa in freier Natur vor.

1799 forschte hier der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt, bevor er zu einer mehrjährigen Reise nach Südamerika aufbrach. Auch nach seiner Rückkehr ist es das Orotava-Tal auf Teneriffa, das ihn mehr beeindruckt hat als alles andere:

“Ich habe im heißen Erdgürtel Landschaften gesehen, wo die Natur großartiger ist, reicher in der Entwicklung organischer Formen. Aber nachdem ich die Ufer des Orinoko, die Cordilleren von Peru und die schönen Täler Mexikos durchwandert, muß ich gestehen, nirgends ein so mannigfaches so anziehendes, durch die Verteilung von Grün und Felsmassen so harmonisches Gemälde vor mir gehabt zu haben… Ich kann diesen Anblick nur mit den Golfen von Genua und Neapel vergleichen, aber das Orotava-Tal übertrifft sie bei weitem durch seine Ausmaße und die Reichhaltigkeit seiner Vegetation.”

Alexander von Humboldt

Für botanisch Interessierte sind der Jardín de Aclimatación de la Orotava (Botánico) und der Botanische Garten in Puerto de la Cruz empfehlenswert. Noch spannender ist die freie Natur: In Icod de los Vinos kann man zum Beispiel einen Drachenbaum bestaunen, und auch der Mercedeswald und der Parque Rural de Anaga sind eine Reise wert.

Wunderschöne Altstädte

Die Altstadt von La Laguna zählt aufgrund ihrer beeindruckenden Architektur zum Weltkulturerbe. Besonders die Kathedrale sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch die Altstadt von La Orotava ist einen Besuch wert.

Sehenswert sind auch der Hafen und die Altstadt von Santa Cruz de Tenerife mit einer Vielzahl historischer Bauten, Einkaufsvierteln und dem architektonisch interessanten kanarischen Parlament.

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Wale beobachten

Ein besonderes Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, ist eine Walbebachtung. Von der Küste im Südwesten der Insel bzw. vom Schiff aus kann die Meeresriesen beobachten. Mehr als 26 Arten haben hier ihren Lebensraum.

Meer und Strand

Schöne Sandstrände gibt es in verschiedenen Gegenden Teneriffas. Im südlichen Teil kann man zwischen Stränden mit goldenem oder schwarzem Sand wählen; der beliebteste Sandstrand im nördlichen Teil wurde aus Sahara-Sand aufgeschüttet und lockt besonders Familien.

Reisepraktisches

Auf der Insel gibt es zwei Flughäfen, einen in La Laguna (Los Rodeos) und einen im Süden der Insel (Reina Sofía). Alternativ gibt es Fähren vom spanischen Festland und teilweise auch von anderen europäischen Ländern aus. Von Marokko aus ist mir leider keine Verbindung bekannt. Fährverbindungen zu den Nachbarinseln sind vorhanden.

Innerhalb der Insel kommt man mit den grünen Linienbussen fast in jedes Dorf. Auch Mietwagen und Fahrradverleihe gibt es in verschiedenen Städten und touristischen Schwerpunkten.

Unterkunft

Das Schöne an Teneriffa: Anders als in vielen anderen beliebten Urlaubszielen gibt es hier keinen Grund, in Betonburgen zu übernachten. Eine Vielzahl kleiner Fincas, Pensionen und Ferienwohnungen fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Auch Campingplätze und Wanderhütten (Refugios) sind vorhanden.

Ob man seine Unterkunft im nördlichen oder im südlichen Teil der Insel sucht, hängt von den persönlichen Vorlieben ab: Das Anaga-Gebirge liegt ganz im nödlichen Zipfel der Insel (hier ist auch La Laguna), auch Orotava liegt nördlich (aber nicht mehr auf dem “Zipfel”), der Teide liegt zentral, die Walbebachtung findet im Südwesten statt.

Sonnenuntergang am Strand

Bildnachweise (von oben nach unten):

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